Das beschauliche Bergdörfchen La Ginebrosa

Sehenswerte Orte an fast unbekannten Jakobswegen

Auf meinem Weg durch die Comarca Bajo Aragon kam ich vom knapp drei Kilometer entfernt gelegenem Dörfchen La Cañada de Verich nach La Ginebrosa. Dieser kleine Ort gehört zur Provinz Teruel in der autonomen Region Aragonien.

Wenn man mit dem Auto oder auch als Wanderer das Dorf betritt, dann geschieht das ganz am Fuße des Ortes, in einem Flusstal. Der Ort selbst schmiegt sich an die Flanken einer Erhebung, die bis zu einer Höhe von siebenhundertzwei Metern emporsteigt.

Panoramablick über das kleine Bergdorf La Ginebrosa und seine Umgebung in der Comarca Bajo Aragon (alle Fotos vom Autor)

Als ich den Ort erreichte, fiel mir als erstes ein wunderschönes Freibad auf mit grüner Wiese. Alles war sehr gut gepflegt. Vielleicht wird es ja von einem der beiden Zuflüsse zum Guadalope gespeist, die hier in der Nähe vorbeifließen. Was schon aus der Ferne deutlich zu sehen war und sich auch jetzt als bestimmendes Element für das Panorama des Dorfes erwies, war die Pfarrkirche St. Bartholomäus. Sie stammt aus der Zeit zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert, ursprünglich gotisch gestaltet, dann jedoch in der Barockzeit umgebaut.

Es besteht gute Hoffnung auf weitere Zuwanderung

Auch Ginebrosa gehört wie viele andere Bergdörfer zu jenen, die unter der Landflucht vor allem der jungen Menschen zu leiden hatten. Noch 1900 verfügte der Ort über 1.116 Einwohner. 1950 waren es noch 867 Personen. Eine Volkszählung aus dem Jahre 2004 ergab nur noch eine Einwohnerzahl von 241 (!). Doch es gibt auch Hoffnung, die unter anderem auch im touristischen Bereich liegt. Ich selbst begegnete in Ginebrosa einem älteren Herrn, mit dem ich bei einer Weinprobe ins Gespräch kam. Er stammte aus Barcelona und ist nach Ginebrosa gezogen, weil ihm der Stress und der Lärm der Großstadt nicht mehr behagten. Wenn sich dieser Trend verstärkt, werden die hübschen Häuschen in Ginebrosa vielleicht eines Tages neue Besitzer finden.

Die Fotos zeigen im Uhrzeigersinn: der Rathausplatz mit gotischen Bögen, eine Gasse mit Weinreben an einer Mauer, eine Gasse mit Torbogen, das relativ schlichte Eingangstor der Kirche und der Aufgang zur Pilgerherberge, die zugleich auch Jugendherberge und Hostal ist

Der Ort selbst ist geprägt von maurisch beeinflusster Architektur, die sich in Torbögen, Durchgängen und bestimmten Details zeigt. Ein romantischer kleiner Ort, rundum bestimmt von Olivenplantagen und Weinhängen. Wie die meisten anderen Bergdörfer auch scheint Ginebrosa nur zwei Bewegungsrichtungen zu kennen: hinauf oder hinab.

Auch eine Pilgerherberge gibt es hier, wenngleich diese jetzt eher den Charakter einer Jugendherberge oder eines kleinen Hostals hat. Als ich dort übernachtete, kostete das immerhin auch schon fünfzehn Euro. Das ist viel Geld für einen Pilger.

PS

Nach oben