Mein Weg nach Santiago de Compostela

Das Ziel aller Pilger - die Stadt auf dem Sternenfeld

Die Überschrift bezieht sich natürlich auf „meinen“ konkreten Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Im Einzelnen kann er bei jedem Pilger ein wenig oder auch ganz anders sein. Denn der Jakobsweg an sich ist ja in Wirklichkeit nicht ein einziger Weg, sondern ein ganzes Wegenetz, das vielfach verzweigt und verwoben ist. Von Teilen, die seit Jahrhunderten bestehen, führt es manchmal auch über solche, die in Vergessenheit geraten oder gänzlich neu sind.

Der Jakobsweg ist und bleibt in ewiger Entwicklung ...

Regenbogen mit Überschrift

 

Erste Etappe (auf der Karte grün gekennzeichnet, I.):

Durch unbekanntes Land

Peñiscola – Salzadella – Sant Mateu – Chert – Vallivana – Morella – La Puebla de Alcolea – Torre de Arcas – Monroyo – Cerollera – La Cañada de Verich – Ginebrosa – Torrevelilla – Castelseras – Alcañiz – Puig Moreno – Samper de Calanda – Jatiel – Castelnou – Escatron am Ebro

Karte von Spanien mit eingezeichnetem Jakobsweg

 

Zweite Etappe (auf der Karte rot gekennzeichnet, II.):

Immer am großen Fluß Ebro entlang

Escatron – Kloster Rueda – Sastago – Alborge – Alforge – Velilla de Ebro – Gelsa – Quinto – Fuente de Ebro – Burgo de Ebro – Cartucha Baja – Zaragoza – Monzalbarba – Utebo – Sobradiel – Torres de Berrellén – Alagon – Cabañas – Alcala de Ebro – Luceni – Gallur – Mallén – Cortes de Ebro – Ribaforada – El Bocal – Tudela – Alfaro – Rincon de Soto – Calahorra – Alcanadre – Anadon-Kapelle – Arrúbal – Agoncillo – Logroño

ein blinkender Stern

 

Dritte Etappe (auf der Karte schwarz gekennzeichnet, III.):

Endlich auf dem französischen Weg

Logroño – Navarrete – Najera – Santo Domingo de la Calzada – Castildelgado – Belorado – San Juan de Ortega – Agés – Burgos – Hornillo de Camino – Castrojeriz – Fromista – Carrion de los Condes – Ledigos – Sahagun – Bercianos de real Camino – Reliegos – Leon – La Virgen del Camino – Hospital de Orbigo – Astorga – Murias de Rechivaldo – Rabanal del Camino – Foncebadon – Cruz de Hierro – Manjarin – Molinaseca – Ponferrada – Cacabelos – Villafranca de Bierzo – Vega de Valcarce – O Cebreiro – Hospital da Condesa – Triacastela – Sarria – Portomarin – Palas de Rei – Melide – Ribadiso de Bajo – Santa Irene – Monte de Gozo – Santiago de Compostela

Impressionen vom Geisterdorf

Ortseingang vom Geisterdorf Foncebadon Pilgerherberge in Foncebadon

 

Die Fotos zeigen den Ortseingang vom “Geisterdorf” und die Pilgerherberge von Foncebadon. Geisterdorf deshalb, weil hier kein Einwohner mehr ganzjährig wohnt und die Häuser des Dorfes zerfallen. Doch es besteht die Hoffnung, wenn der Pilgerstrom einigermaßen so wie in den letzten Jahren anhält, dass der Ort sich wieder belebt. Erste Anzeichen gibt es dafür. Es wird sogar an einigen Stellen neu gebaut und restauriert.

ein blinkender Stern

 

"Von Salzadella bis zum Kloster Rueda sah ich nicht ein einziges Mal die charakteristischen gelben Pfeile, die den Pilgerweg markieren. Es gab so gut wie keine offiziellen Herbergen. Manchmal wussten selbst die Einheimischen nicht, dass sie an einem Pilgerweg nach Santiago leben. Es fehlte ihm im großen und ganzen jener Hauch der Jahrhunderte, der den Weg, den man den „französischen“ nennt, so einzigartig macht. Dazu gehören ja nicht einfach nur gelbe Pfeile; die könnte man überall hinmalen. Es müssen vor allem Menschen diesen Weg auch gehen, denn vor allem sie und ihre Gewohnheiten prägen ihn in erster Linie und für die Dauer."

ein blinkender Stern

"Eines ist mir vollkommen klar: Der Weg hat seine klerikalen Rituale. Aus manchen kann und will ich mich als Heide, der ich bin, heraushalten, aus manchen nicht. Sie gehören zum Jakobsweg wie das Salz zur Suppe. Sonst wäre das Ganze am Ende ja doch „nur“ ein Wanderweg, eine sportliche Herausforderung. Das allein war es wirklich nie für mich. Der Weg atmet fühlbar die jahrhundertealten Traditionen der Jakobspilger. Das kann jeder wahrnehmen, der nicht blind und taub ist und ignorant gegenüber den deutlichen Zeichen am Wegesrand. Das sind für mich, den Heiden, in erster Linie von Menschenhand geschaffene Werke, größere oder ganz kleine, und keine übersinnlichen Erscheinungen. Das mag einmal ein kleines, steinernes Kreuz sein oder ein schlichtes Pilger-Grabmal am Rande. Ein anderes Mal ist es eine gewaltige Kathedrale oder eine riesige Klosteranlage oder eine bescheidene Dorfkirche, eine Säule, eine Statue. Manchmal ist es nur ein Name, der die Zeit überdauert hat, eine Legende, eine Geschichte, ein einziges Wort: Ultreya! Immer vorwärts! Weiter!"

 

(aus meinem Buch "Ein Heide auf dem Jakobsweg", www.amazon.de)

 

 

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